
Werner Simmling MdB (2.v.r.), Martin Müller, Steffen Kirsch, Erika Schellmann und Kai Buschmann (v.l.n.r.)
Über 50 Personen (darunter auch ich) besuchten in den Herbstferien die gemeinsame Veranstaltung der FDP- und CDU-Fraktionen im Remsecker Gemeinderat zum Projekt „Stuttgart 21“ im neuen Bürgerhaus in Aldingen. Darunter die Fraktionsvorsitzenden von CDU, FW und FDP. Auch Oberbürgermeister Schlumberger konnte als Gast begrüßt werden. Die Bundestagabgeordneten Steffen Bilger (CDU) und Werner Simmling (FDP), beide Mitglieder im Verkehrsausschuss des Parlaments, stellten die verkehrlichen, städtebaulichen, ökologischen und ökonomischen Vorteile des Projekts ausführlich dar. „Wir möchten zur Versachlichung der Debatte um S21 beitragen und der gezielten Emotionalisierung aus wahltaktischen Gründen entgegen treten“, so Steffen Bilger.
In seiner Begrüßung stellte FDP-Regional- und Stadtrat Kai Buschmann die Auswirkungen von S21 für die Reisezeiten ab Remseck heraus. So benötige man zurzeit 63 Minuten mit der Stadt- und S-Bahn von Remseck-Neckargröningen zum Flughafen. Mit S21 ist diese Verbindung künftig in ca. 36 Minuten zu haben. Auch gelange man künftig fast 20 Minuten schneller nach Esslingen. Eine große Bedeutung habe dabei der mit S21 attraktiver gewordene Umstieg am Bahnhof Ludwigsburg. Von dort gelange man in 17 Minuten zum Flughafen und z.B. in 16 Minuten nach Esslingen. Daher müsse auch das geplante Stadtbahnprojekt Markgröningen-Ludwigsburg-Remseck-Waiblingen in Zusammenhang mit S21 gesehen werden. Durch die Aufwertung des Umstiegs in Ludwigsburg erhalte der Streckenast Ludwigsburg-Remseck eine hohe verkehrliche Wirksamkeit. „Ohne S21 ist die Wirtschaftlichkeit und damit dieses Stadtbahnprojekt gefährdet“, so Buschmann. Die Grünen seien aber gleichzeitig gegen S21 und gefährdeten damit das Projekt der Tangentialbahn in West-Ost-Richtung.
Der Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger  hob besonders auf die verkehrlichen und wirtschaftlichen Vorteile des Projekts ab: So werden durch die Verbesserung des Fern-, Regional- und Nahverkehrs bis zu einer Milliarde Pkw-Kilometer auf die Schiene verlagert und damit das Straßennetz entscheidend entlastet. In Stuttgart und Umgebung werden 10.000 neue Dauerarbeitsplätze geschaffen. Das stadtzerschneidende Gleisfeld des bisherigen Kopfbahnhofs werde dem Stadtpark und der innerstädtischen Quartierentwicklung zurückgegeben. Damit könnten nochmals 20.000 Arbeitsplätze entstehen.
Werner Simmling, Berichterstatter der FDP-Bundestagsfraktion zu Stuttgart 21, beschäftigte sich ausführlich mit der angeblichen Alternative „K21“. Diese sei eine Chimäre, da sie in keiner Weise durchgeplant sei. Allein die Tatsache, dass dieses Projekt zwei weitere Gleise im Neckar- und Filstal benötige, mache eine Umsetzung unmöglich. „K21 würde berechtigte Massenproteste in den Landkreisen Esslingen und Göppingen hervorrufen und damit den Protest nur von Stuttgart in das Umland verlagern“. Die Kommunen entlang dieser Trasse würden sich die Zerstörung ihrer Stadtbilder sicher nicht gefallen lassen. Der Göppinger Abgeordnete wies auch darauf hin, dass bei S21 Gleiskapazitäten frei werden, die endlich den Anschluss dieses Landkreises an das S-Bahn-System ermöglichen. Auch das sei bei K21 nicht möglich.
Steffen Kirsch, CDU-Stadtrat und Stadtverbandsvorsitzender griff in seinem Schlusswort einen Diskussionsbeitrag aus dem Publikum auf: Ein Bürger mit Wurzeln in Süditalien wies darauf hin, dass seine Eltern vor 30 Jahren nach Deutschland gekommen seien, weil dieses Land für Recht, Ordnung und Verlässlichkeit stehe. Kirsch hob hervor, dass jede Verzögerung des Projekts ein gefährliches Signal für Planungssicherheit und Zuverlässigkeit Deutschlands in der Welt sei. Auch wies er darauf hin, dass die Forderung der SPD nach einem Volksentscheid juristisch nicht haltbar sei. „Volksentscheide stehen am Beginn von Projekten, nicht am Ende“, so Kirsch.
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